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Rainer Maria Rilke III |
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Es wechseln immer wieder drei Generationen. Eine
findet den Gott, die zweite wölbt den engen Tempel über ihn und fesselt ihn
so, und die dritte verarmt und holt Stein um Stein aus dem Gottesbau, um
damit notdürftig kärgliche Hütten zu bauen. Und dann kommt eine, die den
Gott wieder suchen muss. 2
Des Künstlers Schaffen ist ein Ordnen: Er stellt
sich aus sich hinaus alle Dinge, die klein und vergänglich sind: seine
einsamen Leiden, seine unbestimmten Wünsche, seine ängstlichen Träume und
jene Freuden, welche welken werden. Dann wird es weit in ihm und festlich,
und er schuf das würdige Heim. 3 Die, welche die meiste Sehnsucht haben, wissen nicht zu sagen, wonach. Dann aber kommt der Versucher und sagt: ,Gott ist es und seine Güte, wonach euch verlangt, verleugnet euch, und ihr werdet ihn finden.’ Da gehen sie hin und verleugnen sich. Und da haben sie keine Sehnsucht mehr. 4
Gäbe es Götter, wir könnten es nie erfahren;
denn dass wir um sie wissen, genügt, sie zu vernichten. 5
Wie die Ausdrücke jeder Sprache auf
gemeinschaftlicher Vereinbarung beruhen, so bestimmte man auch das Wort
,Gott’. Darin sollte alles sein, was irgendwie wirkte, ohne dass man es
sonst zu nennen und zu erkennen vermochte. Deshalb: Als der Mensch sehr arm
war und sehr wenig wusste, war Gott sehr groß. Mit jeder Erfahrung fiel
irgendwas aus seinem Machtkreis heraus, und als er endlich fast nichts mehr
besaß, da sammelten Kirche und Staat gemeinnützige Eigenschaften für ihn, an
die nun keiner rühren darf. 6
Nur Kraft brauche ich. Alles andere weiß ich in
mir, um zum Verkünder zu werden. Ich will nicht durch alle Lande gehen und
meine Lehre [zu] verbreiten suchen. Ich will es überhaupt nicht zur Lehre
erstarren und versteinern lassen. Ich will es leben. Und nur in Deine Seele,
Liebling, will ich pilgern, tief, tief hinein, bis hin, wo sie Tempel wird.
Und dort will ich meine Sehnsucht wie eine Monstranz heben in
Deine Herrlichkeit hinein.. 7
Würdig müsst ihr sein, rein und priesterlich.
Keine Liebschaften dürft ihr haben, sondern eine Liebe. Keine Sehnsüchte,
sondern eine Sehnsucht, und eure Tage dürfen nicht voll von Sensationen sein
und Verwirrungen; es muss eine klare, kristallene Festlichkeit darüber
wachsen, in der eure Gestalten sich schön und schlicht bewegen. Aber ihr
könnt alles das haben, wenn euch danach verlangt: Liebschaften, Sensationen
und Trunkenheit; denn ihr müsst brauchen, was in euch ist, und wahr sein ist
das einzige Gebot. 8
Seid nur einen Tag unmodern, dann werdet ihr
sehen, wie viel Ewigkeit ihr in euch habt. 9
Darauf kommt es schließlich an: Alles, eines des
anderen wert, im Leben zu sehen; auch das Mystische, auch den Tod. Keines
darf über das Zweite hinausragen, ein jedes das Nachbarliche bezähmen. Dann
hat jedes seine Bedeutung und, was die Hauptsache ist: Ihre Gesamtheit ist
ein harmonisches Ganzes voll Ruhe und Sicherheit und Gleichgewicht. 10
Nur dann hat das Mystische sein Recht: Wenn man
ihm nicht andere Macht einräumt als den anderen Kräften auch. Aber für die
Gerngläubigen wird es mit einem Male der heimliche Grund alles Geschehens,
und die, welche sich darüber hinaus wähnen, erschüttert es durch das
Gewaltsame seiner Erscheinung. 11
Ihr müsst allen Kräften das Recht lassen, euch
zu heben und hinunterzudrücken, zu fesseln und zu befreien. Das ist nur ein
Spiel, fürchtet es nicht. 12
Ihr wisst, dass die Blume sich neigt, wenn der
Wind es will, und ihr müsst werden wie sie: das heißt, voll eines tiefen
Vertrauens. 13
Es gehört eine große Feinheit der Anlage und Art
dazu, das Stück Leben, welches die enge Körperlichkeit kranken Menschen
gewährt, in aller naiven Froheit des Herzens so zu sehen, als ob es ein
Ganzes wäre. Darin gleichsam alle Werkzeuge zu finden, deren es bedarf. Es
ist wie ein knapper Reisefarbenkasten; der geschickte Könner wird nicht
verlegen sein, aus dem vorhandenen Tuben alle Töne, deren er braucht,
zusammenzumischen. Und er wird nie daran denken, dass es andere Kästen mit
reicherer Auswahl gibt. 14
Es ist doch so: Jeder ist tief innen wie eine
Kirche, und die Wände sind mit festlichen Fresken geschmückt. In erster
Kindheit, da die Pracht noch frei liegt, ist es zu dunkel darin, um die
Bilder zu sehen, und dann, wenn es lichter und lichter wird in der Halle,
kommen die Knabentorheiten und die falschen Sehnsüchte und die durstende
Scham, und diese übertünchen Wand um Wand. Und mancher geht weit ins Leben
hinein und hindurch, ohne die alte Herrlichkeit unter der nüchternen Armut
zu ahnen. Selig aber, wer sie fühlt, findet und heimlich enthüllt. Er
beschenkt sich. Und er wird heimkehren zu sich selbst. 15
O, wenn unsere Eltern doch mit uns geboren
würden, wie viel Rückwege und Bitterkeiten blieben uns erspart. Aber Eltern
und Kinder können doch stets nur nebeneinander gehen, nie miteinander, ein
tiefer Graben ist zwischen ihnen, über den sie sich dann und wann eine
kleine Liebe schenken können. 16
Je menschlicher wir werden, desto verschiedener
werden wir. Es ist, als würden plötzlich die Wesen sich vertausendfachen;
denn ein Kollektivname, der früher über Tausende reichte, wird bald schon
für zehn Menschen zu eng, und man wird gezwungen, jeden ganz einzeln zu
betrachten. Man denke: Wenn wir statt Völkern, Nationen, Familien und
Gesellschaften mal Menschen haben werden, wenn man selbst drei nicht mehr in
einem Namen vereinen kann! Wird dann die Welt nicht größer werden müssen? 17 Ich wollte diesmal der Reiche, der Schenkende sein, der Ladende, der Herr, und Du solltest kommen und, von meiner Sorgfalt und Liebe gelenkt, Dich ergehen in meiner Gastlichkeit. Und nun Dir gegenüber war ich wieder nur der kleinste Bettler an der letzten Schwelle Deines Wesens, das auf so breiten und sicheren Säulen ruht. Was half es, dass ich meine gewohnten Festtagsworte anzog? Ich fühlte mich immer lächerlicher werden in meiner Maskerade, und mir erwachte der dunkle Wunsch, mich in ein tiefes Nirgendwo zu verkriechen. Scham, Scham war alles in mir. Jedes Wiedersehen beschämte mich ja. Begreifst Du das? Immer sagte ich mir: ,Nichts kann ich Dir geben, gar nichts; mein Gold wird zu Kohle, wenn ich Dirs reiche, und ich verarme dabei.’ Einmal kam ich ja so arm zu Dir. Fast als Kind kam ich zu der reichen Frau. Und Du nahmst meine Seele in Deine Arme und wiegtest sie. Das war gut. Damals küsstest Du mich auf die Stirne und musstest Dich tief neigen dazu. Verstehst Du, dass ich an Dir aufwuchs bis hin, wo es ein kurzer Weg wird von Deinen Augen in meine Augen? Dass ich aber endlich, stammstark, mich zu Deinen Lippen neigen wollte, ähnlich wie Deine Seele einst sich meiner Stirne neigte? Nicht von Dir umschlungen wollte ich sein, Du solltest Dich an mich lehnen können, wenn Du müde bist. Nicht Deinen Trost wollte ich fühlen, sondern die Macht hätte ich in mir wissen mögen, Dich zu trösten, solltest Du je dessen bedürfen. Ich hatte Dir goldene Schalen gebracht, helle Gefäße der Festlichkeit, und dann hatte ich Dich mit meiner Not gezwungen, aus dem Edelgut kleine Münzen für das Bedürfnis des Alltags zu prägen und mir so das Geschenk langsam zurückzuerstatten. Ich fühlte mich dabei so erbärmlich und elend werden, dass ich den letzten eigenen Reichtum verlor und fortwarf und in meiner Verzweiflung nur ungewiss empfand, ich müsse fort aus dem Umkreis dieser Güte, die mich erniedrigte.
Aber damals, gerade in dieser Erschütterung,
wurde ich gewahr, dass, wenn ich überhaupt meine Erstarrung abstreifen und
in einem Entschluss mich sammeln soll, jede meiner Taten, alle Bewegung in
mir zu Dir hin will; da, als ich zum ersten Mal nach dieser stumpfen Trauer
wieder an morgen denken musste, als hinter Deiner Gestalt das Schicksal
stand und durch Deine entfremdete Stimme mir die eherne Frage schickte: ,Was
willst du tun?’, da war alles in mir wie eiserlöst; aus der Scholle sprang
die Welle und warf sich mit aller Wucht dem Ufer hin – ohne Zögern und ohne
Zweifel. Da wusste ich, dass Du die immer Neue, die immer Junge, das ewige
Ziel bist und dass es für mich eine Erfüllung gibt, welche alle umschließt:
Dir entgegengehen. 18
Alle die großen Haupt- und Staatsaktionen der
Weltgeschichte kannst du sehen an einem einzigen Abendhimmel, festlicher und
furchtbarer, als sie sich je begeben haben. Wenn deine Seele aber nicht von
diesen Vergangenheiten lebt und Bewegung auch dort bemerkt, wo sie nicht im
Drängen der Massen sich ausprägt, hat sie Raum und Macht, in jeder Stunde
eine ureigene Handlung zu erkennen, in welcher ernste und ruhige Kräfte ohne
Pose und Prunk gebende Gesten tun. Sie wird bemerken, dass es weit tiefere,
erschütterndere Sensationen gibt, als bei einer jagenden Wolkengruppe an
Lützows Husaren und am nächtgen Fluss an ein dunkles Korsarenschiff zu
denken, und klar empfinden, dass solche Erinnerungen Zeichen einer gewissen
Unmündigkeit und Unselbstständigkeit sind. Warum die Atemzüge des Gestern
und Vorgestern – die doch beide schlafen – belauschen, während das Heute
wacht? Heißt das etwas anderes, als vor dem mächtigen und stolzen
Granitfelsen an den Regen denken, der gestern darüber floss? 19
So sind die Menschen falsche Aristokraten. Sie
glauben, ihr Reichtum beruhe darin, das Andenken großer Vorfahren zu feiern
und zu preisen. Und dabei könnten sie um so vieles reicher sein, wenn sie
ihre eigenen Möglichkeiten feiern und preisen wollten. 20
Darum muss jeder Echte sich als ein Erster fühlen; denn in der Welt, welche
mit ihm beginnt, gibt es keine Historie; seine Väter und Vorfahren, von
welchen er Kultur und Kraft und Art und Anlage empfängt, sind Zeitgenossen
seiner Seele und in ihm, nicht
vor ihm wirksam. Alle anderen aber haben auf
anderen Sternen gelebt und sind auf anderen Sternen gestorben! 21
Eine Verbindung von Einzelnen gibt es nur auf einer ganz tiefen und einer
höchsten Entwicklungsstufe. Einmal dort, wo jeder nur die Vervielfältigung
seines Nebenmenschen ist, und über Jahrtausende hinweg erst wieder zwischen
den reifsten und endlichsten Individualitäten, deren jede eine Welt für sich
mit allen Mächten und Möglichkeiten darstellt, so abgeschlossen und reich
und gesättigt, dass sei einander nicht mehr gefährden. 22
In unserem Schauen liegt unser wahrstes Erwerben. Wollte Gott, dass unsere
Hände wären, wie unsere Augen sind: so bereit im Erfassen, so hell im
Halten, so sorglos im Loslassen aller Dinge; dann könnten wir wahrhaft reich
werden. Reich aber werden wir nicht dadurch, dass etwas in unseren Händen
wohnt und welkt, sondern es soll alles durch ihren Griff hindurchströmen wie
durch das festliche Tor des Einzugs und der Heimkehr. Nicht ein Sarg sollen
uns die Hände sein: ein Bett nur, darin die Dinge dämmernden Schlafes
pflegen und Träume tun, aus deren Dunkel heraus ihre liebsten
Verborgenheiten reden. Jenseits der Hände aber sollen die Dinge
weiterwandern, stämmig und stark, und wir sollen von ihnen nichts behalten
als das mutige Morgenlied, das hinter ihren verhallenden Schritten schwebt
und schimmert. Denn Besitz ist Armut und Angst; Besessenhaben allein ist unbesorgtes
Besitzen. 23
Dass die Sinnlichkeit nicht eine heimliche Flamme, die immer an der gleichen
Stelle ausbricht, sei – das sei unser Stolz und unsere Stärke. Wir wollen,
sie soll eine fröhliche Fackel werden, die wir lachend hinter alle
Transparente unseres Wesens halten. 24
Für den Einsamen gibt es keinen Zufall. Er fühlt sich von Gesetzen umkreist,
bedingt, erhalten und liebt auch in seinen Gefahren noch das Gesetz. Mit
jedem Begegnen hebt der Zufall an. 25
Alle Dinge sind so bereit, unsere vielen und oft verirrten Gedanken und
Wünsche zu bewirten, für kleine Zeit. In jedem Ding will ich eine Nacht
ruhen, wenn ich am Tage mit meinem Tun durch die anderen Dinge ging. Bei
jedem Ding will ich einmal schlafen, von seiner Wärme müd werden, auf seinen
Atemzügen auf und nieder träumen, seine liebe gelöste nackte Nachbarschaft
an allen meinen Gliedern spüren und stark werden durch den Duft seines
Schlafes und dann am morgen früh, eh es erwacht, vor allem Abschied,
weitergehen, weitergehen … 26
Wenn ich will, dass etwas nicht gewesen sei, wenn ich einem Erlebnis das
Recht nehmen will, in meiner Vergangenheit zu bleiben, – so beginne ich mit
dieser Sekunde. Was? Ich beginne. 27
Noch ist vieles an mir, was ich hasse; aber ich fühle schon dass das Fremdes
ist, Zufälliges, das nicht mit mir zusammenhängt. Daraus kommt mir dieses
Vertrauen und diese Kraft. Ob ich es einmal erreichen werde, ganz in eigenen Kleidern zu gehen – ich
weiß es nicht. Jedesfalls will ich erst mal nackt werden, dann lässt sich
das Weitere finden. 28 Unsere Gefühle alle muten mich an wie Vorhänge vor Handlungen. Es muss nur ein Licht sich erheben irgendwo im Hintergrund, gleich bewegen sich große und geheimnisvolle Schatten über die Fläche des Vorhangs hin. – Und wir würden gut tun, unsere Gefühle daran zu messen, und sie nur dann über uns breit werden zu lassen, wenn sie entweder so einfach sind und schlicht, dass wir sie leben in unseren Bewegungen und Mienen, oder aber so bildhaft und tief, dass wir sei erzählen könnten, wie etwas, was den Vorfahren geschah – einst … in seltsamen Tagen.
Das ist unser Fortschritt: Die Stoffe sind nicht mehr so schwer, so wichtig;
wir dürfen sie gebrauchen und ganze Dramen schaffen, nur, um uns eines
einzigen Gefühles bewusst, d.h. um ein neues Gefühl reicher zu werden. 29
Wenn Gott ein Gesetz gegeben hat, so lautet es: Sei einsam von Zeit zu Zeit.
Denn er kann nur zu einem kommen oder zu zweien, die er nicht mehr
unterscheiden kann. 30
Dieses ist das erste Vorgefühl des Ewigen: Zeit haben zur Liebe. 31
Willst du, ich soll dir geben, sie, bitte, erst Schale und schön, sei erst
bereit zu empfangen und ruhig zum Halten. Komm nicht, von Fremdem erfüllt,
zu dem Lehrenden. Lebe erst. Und wenn dir das Leben Sehnsüchte gibt, dann
komm. Wir sind nicht dein Erfüller, wir Lehrenden, aber wir können still
Mitwisser sein jeder Erfüllung. 32
Ich aber sprach leise von Gott. Dass
seine Mängel, seine Ungerechtigkeit und alles Unzulängliche seiner Macht in
seiner Entwicklung läge. Dass er nicht vollendet sei. „Wann sollte er auch
geworden sein? Der Mensch bedurfte seiner so dringend, dass er ihn
gleich von Anfang als Seidenden empfand und sah. Fertig brauchte ihn der
Mensch, und er sagte: Gott ist. Jetzt muss er sein Werden nachholen. Und wir
sind, die ihm dazu helfen. Mit uns wird
er, mit unseren Freuden wächst er,
und unsere Traurigkeiten begründen die Schatten in seinem Angesicht. Wir
können nichts tun, was wir nicht an ihm tun, wenn wir uns erst gefunden
haben. Und Sie dürfen ihn nicht über der Menge denken. Er hat nicht die
Menge gemeint, er wollte von vielen Einzelnen getragen sein. In der Menge
ist jeder so klein, dass er nicht Hand anlegen kann an den Bau Gottes. Der
Einzelne aber, der ihm gegenübertritt, schaut in sein Angesicht und ragt
sicher bis zu seiner Schulter auf. Und ist mächtig an ihm. Und ist wichtig
für Gott. Und dieses ist mein bester Lebensmut: Dass ich groß sein muss, um
seiner Größe wohlzutun, dass ich einfach sein muss, um ihn nicht zu
verwirren, und dass mein Ernst irgendwo zu seinem Ernstsein stößt … Aber wie
ich das alles ausspreche, fühle ich, dass ich nicht einfach auf ihn zulebe,
eben weil ich von ihm rede. Die zu ihm beten, reden nicht von ihm.“ 33
„Für junge Menschen [sagte ich in anderem
Zusammenhange] ist Christus eine große Gefahr, der Allzunahe, der Verdecker
Gottes. Sie gewöhnen sich daran, mit den Maßen des Menschlichen Göttliches
zu suchen. Sie verwöhnen sich am Menschlichen und erfrieren später in der
herben Hochluft der Ewigkeit. Sie irren zwischen Christus, den Marien und
den Heiligen umehr: Sie verlieren sich unter Gestalten und Stimmen. Sie
enttäuschen sich an dem Halbverwandten, das sie nicht erstaunt, nicht
erschreckt, nicht aus dem Alltag reißt. Sie bescheiden sich und müssten
unbescheiden sein, um Gott zu haben.“
1 bis 17 Rainer Maria Rilke, Florenzer Tagebuch,
1898 |